Workshop

Ich-Struktur, Strukturniveau und strukturelle Störungen – Gestalttherapeutische Zugänge

Die meisten Therapeuten haben mit sogenannten neurotischen Patienten/Klienten zu tun, die neben methodischen Vorlieben häufig die meisten therapeutischen Interventionen „vertragen“. Mit diesem Klientel wird meistens aufdeckend-konfliktzentriert gearbeitet.

 

Nun zeigen die Erfahrung und dementsprechend auch die tiefenpsychologische Theorie, dass es auch Menschen gibt, die in ihrer Ich-Struktur beeinträchtigt sind. Die Tiefenpsychologen sprechen hierbei von sogenannten „frühen Störungen“ und „strukturellen Störungen“. Bei diesem Klientel wirken viele therapeutische Interventionen entweder nicht oder sogar schädigend. Aufgrund fehlender Erfahrungen in der frühen Biographie, schlechter bis traumatisierender Beziehungserfahrungen konnten bestimmte Fähigkeiten, Kompetenzen bzw. Ich-Funktionen und Ich-Strukturen unzureichend ausgebildet werden. Ein aufdeckend-konfliktzentriertes, therapeutisches Vorgehen setzt diese Strukturen voraus. Dies muss im therapeutischen Vorgehen beachtet werden. Menschen, die in ihrer Ich-Struktur beeinträchtigt sind, brauchen ein stabilisierendes und strukturaufbauendes Vorgehen. Je nach Strukturniveau ist ein vorsichtiges, achtsames konfliktzentriertes Vorgehen in kleinen Schritten möglich.

 

Im Workshop werden das tiefenpsychologisch-psychodynamische Konzept „Ich-Struktur“ und „Strukturelle Störungen“ gestalttherapeutisch aufbereitet und vermittelt. Zudem werden hilfreiche therapeutische Haltungen und Interventionen empfohlen. Der Fokus liegt in der Vermittlung des Konzepts und schärft den diagnostischen Blick.

 

Es wird darauf Wert gelegt, dass das diagnostische Wissen genutzt wird, um sich selbst, Patienten und Klienten besser zu verstehen, Zugänge zur Person des Gegenübers und in die Beziehung zu finden. Wir freuen uns, wenn die Teilnehmer mehr Verständnis, Empathie und Akzeptanz für ihre Mitmenschen und Patienten sowie Klienten entwickeln. Der Workshop soll nicht dazu verleiten das Wissen zu nutzen, um vorwurfsvoll-abwertend zu diagnostizieren und zu intellektualisieren. Genau dieses Verhalten führt aus der Beziehung heraus, was insbesondere bei dem Klientel kontraindiziert ist.

 

Zielgruppe: Psychotherapeuten, Berater und Menschen in helfenden Berufen.

Wann: 6. - 7.10.2018

Wo: Gestalt-Institut Südwest, Schustergasse 11, 76865 Insheim

Leiter:   Thomas Janotta-Tsaknis, Diplom-Psychologe und Gestalttherapeut DVG

              Ein weiterer Referent ist zu erwarten und wird vorher vorgestellt.

Kosten: 200€ (Für Gestalt-Azubis des GISW 100€, für Studierende 50€)

Zeiten: Samstag 10-18 Uhr, Sonntag 10-16 Uhr